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Zwergensprache, ein umfassendes Programm zum Erlernen und Vermitteln der Babyzeichensprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter Lizenz der Zwergensprache GmbH
Zwergensprache-Häschen
Zwergensprache

Mit Babys auf dem Weg zur Sprache

Referenzen


Ursula Escher-Villiger
Ursula Escher-Villiger

Zur Babyzeichensprache

Alle Eltern wünschen sich gesunde, gut gedeihende, glückliche, sozial gut eingegliederte Kinder und, wenn es dann soweit ist, eine unbeschwerte und erfolgreiche Schulzeit. Dabei ist allgemein wenigen jungen Eltern gegenwärtig, dass der ganze Schulstoff mittels Sprache vermittelt wird. Und erst recht sagt ihnen kaum jemand, dass die nötigen sprachlichen Grundlagen dafür in den ersten sechs Lebensjahren gelegt werden und die Kommunikation gleich ab der Geburt wichtig ist.

Alles zu erwerbende Wissen über uns, unsere Mitmenschen und die Welt kann nur über Symbole vermittelt werden. Die menschliche Sprache ist ein verbindliches Symbolsystem, das Kleinkinder von ihren Eltern vorgelebt bekommen und in das sie eingeführt werden. Sprache erwerben zu können setzt ein höchst kompliziertes Zusammenspiel unvorstellbar vieler Abläufe im Gehirn voraus und von Seiten der Eltern vorgelebte Freude an der Kommunikation und ein gutes Vorbild.

Die Babyzeichensprache ist im Sprachlernprozess eine sinnvolle Unterstützung und Hilfe. Indem die Eltern oder andere wichtige Bezugspersonen schon in frühen Lebensmonaten wiederholt zunächst bestimmte Personen und Gegenstände anschauen, auf sie zeigen, sie benennen und dazu ein verbindliches Handzeichen machen, erfährt das Kind das Dreieck "Ich-Bezugsperson-Objekt" und wird schon früh in die Welt der Symbole eingeführt. Ebenso lernt das kleine Kind, dass es für Handlungen (Verben) und Eigenschaften (Adjektive) bestimmte Wörter und Handzeichen gibt. Lustvoll schaut es aufmerksam auf das Handzeichen der Mutter, den Gegenstand oder die Handlung und lernt spielerisch sowohl zu verstehen als auch sich selber verständlich zu machen. Dadurch, dass jedes Handzeichen mit dem entsprechenden Wort verbunden wird, wird der Sprachenwicklung nebenbei ohne verfrühten Förderwahn der Weg geebnet. Das Kleinkind braucht die Zuwendung und das sich Beschäftigen mit ihm genau so wie die Luft zum Atmen und die Nahrung zum Wachsen, und genau da ist die Babyzeichensprache ideal.

Die Babyzeichensprache begleitet also die gesprochene Sprache, erleichtert das gegenseitige Verständnis ebenso wie den Zugang zu Symbolen allgemein (Buchstaben, Zahlen, Zeichen), ist lustvoll und fröhlich, vermittelt dem Baby das Gefühl von Zuwendung, Interesse und Liebe, öffnet dem Kind das Tor zu unserer interessanten Welt und macht es neugierig und wissensdurstig. Ganz nebenbei und spielerisch wird es vertraut gemacht mit Regeln für einen liebe- und respektvollen zwischenmenschlichen Umgang, indem es früh Zeichen und Ausdrücke für "bitte", "danke", "entschuldige" lernt.

Lernt das Kind später Lieder, Reime und Verse, verstärken Handzeichen und Körperbewegungen deren Inhalt. Das war schon zu Großelterns Zeiten sehr beliebt und macht großen Spaß, ist aber leider etwas in Vergessenheit geraten.

Die Babyzeichensprache sollte in den Vorbereitungskursen für angehende Eltern ebenbürtig zur Körperpflege, Gesundheits- und Ernährungslehre angeboten werden.

Ursula Escher-Villiger
Lic.phil. Logopädin und Heilpädagogin, Bösingen FR



Jede Mutter oder Tagesmutter entwickelt mit dem noch nicht sprechenden Kind Gesten, um sich besser verständigen zu können.
Durch die Zwergensprache wird eine Einheitlichkeit erlangt, die es dem Kind ermöglicht, mit beiden Seiten auf die gleiche oder sehr ähnliche Art und Weise zu kommunizieren.
Es fühlt sich von Mutter und von Tagesmutter schneller verstanden, die Beziehung zueinander wird durch besseres gegenseitiges Verstehen bekräftigt und das Kind kann sich gestärkt auf seine Lebens- und Lernumwelt einlassen.
Sprachlich begleitete Gesten helfen auf dem Weg zum Sprechen Können und ich habe das Gefühl, dass wir uns in unserer Tagesgruppe mit Hilfe der Zwergensprache sehr gut verstehen und manche Dinge rascher klären können.
Vordergründig bleibt im Alltag dennoch das gemeinsame Sprechen, Zwergensprache kann dabei sehr gut als Hilfsmittel fungieren.

Claudia Ullrich-Runge
Dipl. Pädagogin und Tagesmutter, Leipzig



Für unsere zwischenmenschliche Kommunikation brauchen wir verbale und nonverbale Sprache. In der Entwicklung des Kleinkindes geht die nonverbale Sprache der verbalen voraus, beginnt mit Blickkontakt, Beobachtung der Mimik des Gegenüber, dann auch der Gestik. Im weiteren Leben ergänzen sich fast immer beide Formen des Sich-Mitteilens. Ausnahmen sind im normalen Alltag das Telefongespräch, wo nur die Stimme gilt, und die Kommunikation außer Reichweite der Stimme, wo nur Gestik und Mimik gelten.

Babyzeichensprache hat seinen Platz in diesem Kontext. Sie bildet eine wertvolle und interessante Erweiterung und Bereicherung, sollte aber nicht isoliert betrachtet werden.

Ein neuer, nützlicher Baustein für die kindliche Entwicklung.

Dr. med. Jean Klingler
Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Biel-Bienne



"Ein Mensch kann aufhören zu sprechen, er kann aber nicht aufhören, mit dem Körper zu kommunizieren."                 Erving Goffman 1971

Vor einigen Monaten wurde ich auf die Babyzeichensprache aufmerksam. Ich bin Kommunikationsexpertin und immer auf der Suche nach Möglichkeiten des menschlichen Miteinanders. Ich selbst bin, in Folge einer schweren Autoimmunerkrankung, auf meinem rechten Ohr fast taub und auf dem linken Ohr sehr schwerhörig; ich trage zwei Hörgeräte und bewege mich in der Regel in der Lautsprache. Ich habe aber auch fortgeschrittene Kenntnisse der Deutschen Gebärdensprache.

Babyzeichen, was ist das? Warum mit Babys in "Zeichensprache" sprechen, bevor sie reden können? Warum nicht abwarten, bis sie sprechen können? Ich wurde also neugierig und lernte Frau König kennen und... ich war beeindruckt. Ich schaute mir die kleinen Filme zur Zwergensprache an und hospitierte in einem Kurs.

Da ich seit einiger Zeit mein eigenes Handicap z. T. zu meinem Beruf gemacht habe und mir die Kommunikationsmöglichkeiten hörgeminderter Menschen ein besonderes Anliegen sind, finde ich es ganz wunderbar, wenn sog. normalhörende und andershörende Kinder eine andere Sprache miteinander erlernen können. Es war schon immer von Vorteil, neben der eigenen noch eine oder mehrere Sprachen zu beherrschen. Um zu lernen, um zu begreifen, muss sich jeder Mensch einen Begriff machen können. Lautsprachliche Begrifflichkeit reicht nicht aus, u.a. nicht bei einem Hörhandicap. Schon 1781 wies Immanuel Kant, im Übrigen selbst hörgeschädigt, auf dieses Phänomen hin, indem er schrieb, dass es "ebenso notwendig" (sei), "seine Begriffe sinnlich zu machen als, seine Anschauungen sich verständlich zu machen". Die Babyzeichensprache ist sinnlich und spricht mehrere Sinne an. Je mehr Sinne aktiv sind, je mehr Kommunikationskanäle sich öffnen, umso besser!

Ein Hörproblem stellt sich als Handicap erst in der sozialen Interaktion dar; d.h. dass hörgeminderte Menschen in der zwischenmenschlichen Kommunikation erst dann erheblich beeinträchtigt sind, wenn diese ausschließlich auf der lautsprachlichen Ebene passiert. Viele Erwachsene, denen ich begegne, haben große Schwierigkeiten, mir z.B. etwas zu notieren, wenn ich es nicht verstanden habe. Es ist ihnen peinlich, die Kommunikationsebenen zu mischen, zu sprechen, zu zeigen, zu schreiben, zu gebärden. Warum eigentlich? Die Babyzeichensprache ist eine gute Möglichkeit, verschiedene Kommunikationsformen gleichzeitig zu benutzen; Kinder sind wissbegierig und neugierig. Ich stelle immer wieder fest, dass sie auch neugierig sind auf mein Handicap. Es ist ihnen nicht peinlich, etwas zu zeigen oder etwas aufzuschreiben, wenn sie das schon können. Ganz im Gegenteil, sie sind stolz, dass sie mit mir erfolgreicher kommunizieren können als z.B. ihre Eltern. Das sind sehr schöne Erfahrungen.

Martina Müller M.A.,
Pädagogin, Erziehungswissenschaftlerin,
Mediatorin und Verfahrenspflegerin, Leipzig



Viele Kinder in unserer Gesellschaft haben Probleme mit der Sprache und dem Sprechen lernen. Aspekte wie Mehrsprachigkeit, hoher Fernseh- und Spielkonsolenkonsum und geringere Kommunikation in den Familien sorgen für einen erschwerten Start in die Sprache. Angesichts sinkender Zahlen für Betreuungskräfte in den Kindergärten stehen die pädagogischen Fachkräfte vor hohen Anforderungen.

Babyzeichen sind eine gute Möglichkeit, Babys und Kinder im Kleinkindalter sprachlich zu fördern. Der Einsatz von Babyzeichen gibt den Kindern Orientierung, Sicherheit und Aufmerksamkeit für ihre Bedürfnisse. Die Kommunikation mit Babyzeichen fördert alle vorsprachlichen Fähigkeiten wie Blickkontakt, Herstellen eines gemeinsamen Aufmerksamkeitsfocus, Ausrichtung auf die kindlichen Bedürfnisse und Motivation zum Austausch mit Anderen.

Der Einsatz von Babyzeichen ebnet den Weg zu einer gelungenen Kommunikation und weckt die Freude zum Sprechen.

Ute Schnelle
Dipl. Sprachheilpädagogin



Für mich als Mutter ist es wichtig, meinem Kind zuzuhören, ihm Aufmerksamkeit zu schenken und dass es mich verstehen lernt- schon als kleines Kind!

Unsere Kleinen haben uns soviel zu "sagen" und wie groß ist die Freude auf beiden Seiten, wenn wir mithilfe der Babyzeichensprache verstanden werden!

Ein kleiner Aufwand beim spielerischen Zeichenlernen mit großem Nutzen für die Kommunikation zwischen Kind und Erwachsenem!

Doreen Reichleser
frei praktizierende Hebamme, Aargau/Luzern



Die Babyzeichensprache fasziniert mich, weil das Baby seine Bedürfnisse viel früher mitteilen kann als mit Worten.

Die Babyzeichensprache ermöglicht uns, ob Eltern, Geschwister, Grosseltern oder Babysitter, das Kleinkind zu verstehen.

Die Babyzeichensprache hilft uns, uns bewusster mit dem Kind zu beschäftigen.

Das Baby hat weniger Frust, da die Erwachsenen es eher verstehen.

Das Baby lernt sehr gezielt die Sprache, hat dadurch auch einen großen Wortschatz.

Rosmarie Lang
frei praktizierende Hebamme, Volketswil ZH



Rosmarie Huber
Rosmarie Huber

Ich habe im März 2008 an einem Seminar zur Babyzeichensprache teilgenommen, das für Hebammen angeboten wurde. Es war absolut faszinierend zu sehen, wie die Kinder mit dieser neuen Form der Kommunikation zurecht kommen. Sie freuen sich, mehr mitteilen zu können, als sich nur mit Lauten auszudrücken, welche von den Eltern oft falsch verstanden werden.

Ganz eindrücklich war ein Filmausschnitt mit einem ca. 16 Monate alten Buben, welcher dem Vater "erzählte" was er im Bilderbuch sah. Ansonsten ist die Erzählweise andersrum, wir Erwachsene fragen nach den Gegenständen, welche im Buch zu sehen sind und die Kinder zeigen dann mit dem Finger darauf. Es hat den beiden sehr Spaß gemacht.

Von diesen Kursen können die Eltern und ihre Kinder nur profitieren, solange alles spielerisch geschieht. Versuchen Sie es.

Rosmarie Huber
frei praktizierende Hebamme, Zumikon ZH



Ich habe den Kurs für Babyzeichensprache mit meiner Tochter Lina besucht.

Ich konnte mir zuerst nicht vorstellen, dass sich Babys wirklich durch Zeichen verständigen können, wollte es aber, nicht zuletzt auch aus beruflichen Gründen, unbedingt ausprobieren.

Als Lina mir zum ersten Mal durch Zeichen ihre Bedürfnisse mitteilen konnte, war das ein überwältigender Moment.

Die Babyzeichensprache ist für mich und Lina eine große Bereicherung im Alltag. So kann sie sich mitteilen, obwohl sie noch nicht sprechen kann. Ich kann auf ihre Bedürfnisse eingehen und sie fühlt sich verstanden und ist weniger frustriert.

Josiane Bless
Dipl. Logopädin, Zürich



Ich finde die Babyzeichensprache sehr wichtig. Sie ist eine Möglichkeit, früh mit einem Baby oder Kleinkind zu kommunizieren. So kommen die Babys schon sehr früh mit Sprache in Berührung und fangen zeitig mit dem Spracherwerb an. Auf dieser Basis bauen sie dann auf.

Auch wir gehörlosen Eltern kommunizieren mit unseren hörenden Kindern von klein auf in Gebärdensprache und Lautsprache. Wir konnten dadurch sehr früh miteinander kommunizieren. Das gibt uns viele schöne und wichtige Erinnerungen an die Babyzeit. Es kam kaum oder selten vor, dass die Kleinen schrien oder tobten, oder dass wir Eltern aus Verständnislosigkeit ratlos gewesen wären.

Nejla Helbling
Gebärdensprach-Ausbilderin iA, gehörlos, Wallisellen



Jori und ich üben uns fleißig in der Zwergensprache! Fast vier Monate habe ich auf sein Mitmachen gewartet. Und als er mir das erste Mal das Zeichen für "Schlafen wollen" gab, war das ein echtes Highlight!

Seit ich die Zwergensprache anwende - und auch ohne sein Mittun - ist die Kommunikation mit meinem Kind viel lebendiger geworden und macht mir selbst unheimlich viel Spaß.

Übrigens wurden seine Zeichen nach dem "Ersten Mal" schnell zahlreicher und deutlicher! Wir bleiben also dran.

Regina Grimm
frei praktizierende Hebamme und Sexualpädagogin PLANeS, Zürich



Kommentar zur Zwergensprache

Der Sprachgebrauch entwickelt sich nicht von selbst, sondern ist Kern komplexer Lernprozesse. Bis sich Sprache als Kommunikationsmittel in Artikulation, Wort und Satz einsetzen lässt, sind eine Reihe von Vorläuferfertigkeiten von Nöten. Eine wichtige Säule für eine gelungene Sprachentwicklung sind fein- und grobmotorische Fähigkeiten und Fertigkeiten. In der Zwergensprache wird beides geschult und angeregt, noch bevor sich die ganz fein aufeinander abgestimmten Muskeln der Sprechorgane in Bewegung setzen können, um Buchstaben zu Wörtern zu formen.

In der Sprachtherapie wird zur Unterstützung bei der Anbahnung von Lauten, wie zum Beispiel dem "s" auch gerne eine Pinzettenbewegung mit den Fingern gemacht, um den Laut mit einer Bewegung zu verknüpfen. Gerade die feinmotorischen Bewegungen der Hände unterstützen wiederum die feinmotorischen Bewegungen von Zunge und Lippen.

Mit der Zwergensprache erhält schon das kleine Kind eine Form, seiner Umwelt eine Symbolsprache zu geben und sie sich "begreiflich" zu machen, bis zu 6 Monate bevor es die ersten Wörter einem Gegenstand zuordnen kann. Das heißt, das Kind bekommt zielgerichtet eine Symbolik "zur Hand", mit der es schon sehr früh umgehen kann und die seinem Drang, "sich die Welt zu erobern", entgegenkommt.

Satzverbindungen wie zum Beispiel "ich gebe dir", "du gibst mir" verbinden wir oft auf ganz natürliche Weise mit der dazu gehörigen Geste, wenn wir mit dem Kind sprechen. Mit einer auffordernden Mimik dazu ermuntern wir das Kind, uns den erwünschten Gegenstand zu geben. An der Stelle entwickeln wir vielleicht sogar ein Spiel und das Kind übt so den interaktiven Aspekt von Sprache und ihrer pragmatischen Funktion (ich will etwas, du bekommst etwas) ein. Die Zwergensprache bietet gerade für diese interaktiven sprachlichen Situationen viele Möglichkeiten des gemeinsamen Austausches zwischen Mutter, Vater und Kind.

Das Spielverhalten eines kleinen Kindes kann mit Hilfe der Zeichensprache immens gefördert werden. Das Spielverhalten ist ein weiteres wichtiges Kriterium für die Entwicklung von Sprache.

Neuronal gesehen entwickelt das Kind auch schon sehr viel früher semantische (bedeutungstragende) Felder, wenn es mit Zeichen konfrontiert wird, diese gezielt einsetzt beziehungsweise versteht. Die Zwergensprache unterstützt somit auch die Hirnreifung.

Es entsteht zum Beispiel durch das Zeichen Arbeit (die beiden Fäuste schlagen aufeinander) und die damit verbundene Mimik für das Kind ein begreiflicher Inhalt, und die Grundsteine für einen sich immer weiter zu entwickelnden Wortschatz sind gelegt. Lernt das Kind in sich wiederholenden Begebenheiten (der Vater ist weg und kommt am Abend wieder,) dieses Zeichen mit einer Konsequenz zu verbinden, hat es dem Zeichen einen Inhalt gegeben. Dieser Inhalt ist natürlich nicht immer derselbe. Arbeit kann auch bedeuten, wenn Mama am Computer sitzt und auf die Tastatur einhämmert. Das Kind erkennt Möglichkeiten, dem Symbol "Arbeit" verschiedene Bedeutungen zuzuordnen. Das ist ein wesentliches Kriterium, um Sprache für sich nutzbar zu machen.

Es ist für das Kind natürlich auch interessanter, wenn es nicht nur etwas hört, sondern gleichzeitig auch etwas dazu sieht. Dadurch wird ein weiterer Sinneskanal angesprochen. Wie wir aus Lerntheorien wissen, werden Inhalte leichter gelernt, sobald mehrere Sinnesmodalitäten angesprochen werden.

In der Zwergensprache kann das Kleinkind auch dazu animiert werden, Handlungen selbst nachzuahmen (die Mutter kocht und das Kind macht mit den Händen eine Rührbewegung als Symbol für das Kochen). Man könnte zum Beispiel nachfragen: "was machen wir danach?" Das Kind formt einen Teller und führt die Hand zum Mund. Durch solche und ähnliche "Sprechsituationen" wird die Entwicklung des sequentiellen Denkens, das Verstehen von Reihenfolgen angeregt und das Kind lernt darüber hinaus, dass die Sprache einen Sinn im Alltag bekommt.

Miriam Kießecker
Dipl. Sprachheilpädagogin
Sprachtherapeutin für Hör- und Sprachbehinderte am BBW Winnenden.



Babys wollen kommunizieren und Eltern wollen sie verstehen. Und genau das tun beide Seiten auch von Beginn an: Mit Mimik, Lauten und bald auch Gesten drücken sich die Kinder aus, und Eltern erschließen, intuitiv meist mit Erfolg, ihre Stimmungen und Bedürfnisse. Die Feinfühligkeit mit der sie dies tun und ihre Bereitschaft, entsprechend zu handeln sind die wichtigsten Einflussfaktoren für das Entstehen einer sicheren, Halt gebenden Eltern-Kind-Bindung.

Der Gebrauch von Babygebärden erhöht die Aufmerksamkeit der Erwachsenen für die Kommunikationsversuche ihrer Kinder. Daneben ermöglichen die Zeichen den Eltern faszinierende Einblicke in die Gedankenwelt ihrer Kinder und können so dazu beitragen, diese in ihrer eigenständigen Persönlichkeit früher kennen und respektieren zu lernen. So wird der natürliche Verständigungs- und Bindungsprozess unterstützt, weit über das reine Zeigen und Erkennen eines bestimmten Handzeichens hinaus. Und nicht zuletzt stärkt das erfolgreiche Sich-Verständlich-Machen das Kompetenzgefühl von Kindern wie Eltern und motiviert enorm zu weiteren kommunikativen Versuchen.

Geschieht das gemeinsame Gebärdenlernen in einer spielerischen und wertschätzenden Atmosphäre, so bringt diese Form der Fingerspiele einen großen Gewinn für die Entwicklung des Kindes und der Familie.

Inge Singler-Stückemann
Dipl. Psychologin, Riegel



Babyzeichensprache

Das Beziehungsfeld der Mutter-Kind-Diade baut auf der Basis der frühesten Interaktionen zwischen der Mutter und ihrem kleinen Säugling auf. Die gesprochene Sprache erleuchtet von Anfang an diesen besonderen Raum im Leben der beiden Beziehungspartner. Er ist allerdings nicht der einzige Kommunikationsfaktor, denn zusätzlich und im Besonderen existieren andere "Sprachwerkzeuge" wie Mimik und Gestik, die die Pflege, Versorgung, Ernährung, sprich: die Erfüllung der kindlichen Grundbedürfnisse begleiten. Die "Gefühlsmelodie" dieser frühen Kontakte ist unentbehrlich für eine gute Entwicklung des kindlichen Selbstwertgefühls und der Liebesfähigkeit des kleinen Menschen: "Ich werde geliebt, ich werde mich lieben können und werde andere lieben können."

Dieses Beziehungsfeld ist ein Grundmodell, an dem andere soziale Interaktionen des Kindes gemessen werden können.

Weit entfernt von einer Nebenrolle im Leben des Kindes hat der Vater einen überaus wichtigen Part. Er wird durch die Einführung einer beständigen und bereichernden Beziehung seinem Kind ermöglichen, sich für weitere Beziehungspartner zu öffnen, um so Interaktionen mit anderen Mitgliedern der Gesellschaft zu vollziehen. Mit der Zeit wird eine väterliche Präsenz, die zugewandt, unterstützend und rahmengebend ist, dem Kind ein Gefühl des Selbstvertrauens vermitteln, welches ihm dann im späteren Leben die Kraft der sozialen Selbstbehauptung schenkt.

Die beschriebene Abfolge von Ereignissen, soll sie gut verlaufen, hängt von einem extrem wichtigen Faktor ab: " Das Vergnügen, miteinander zu sein!" Diese liebevolle Grundstimmung ist der Eckpfeiler eines Interaktionssystems, welches eine erstklassige Begegnung zwischen Mutter und Kind ermöglicht. Das Vergnügen, beisammen zu sein, sollte geteilt werden vom Baby, der Mutter und dem Vater, der durch ein Abschirmen vor äußeren Einflüssen dieses noch zusätzlich begünstigt. Ein solches Miteinander ist in der Regel völlig von einer glücklichen Zufriedenheit erfüllt.

Eine gute Kommunikation ermöglicht ein bessere Kenntnis des anderen, deswegen ist alles, was eine Aufwertung derselben ermöglicht, willkommen .

Ich möchte in dieser Abhandlung nicht die Entwicklungsstufen der Mutter-Kind-Interaktion darstellen. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass das Denken nur aufgrund des Vorhandenseins des Faktors "Sprache" wachsen kann. Man kann behaupten, dass das Denken und die Sprache sich gegenseitig bereichern. Diese Offensichtlichkeit kann man auf die Gesamtheit der Beziehungsfelder ausweiten, besonders auf den Bereich der nonverbalen Kommunikation, sprich der der Zeichensprache, die ein essenzieller Parameter ist.

Von Anfang an badet der Säugling in seinem Beziehungsumfeld: sprachlich, gestikulär und auf der Basis des gegenseitigen Verhaltens. Die Kommunikation über Gesten, sprich die Babyzeichensprache, sollte vor allem anderen als ein weiteres Werkzeug eingesetzt werden. Sie ist ein zusätzliches symbolisches Bindeglied zwischen einem Individuum mit einem Denken, dass sich mitten in seiner Entwicklung befindet und einer Umwelt, die sich ganz und gar auf die Bedürfnisse und das Verlangen des Kindes einstellen kann und möchte. Diesen Beitrag symbolischer Art abzulehnen, den die Kommunikation mittels Gesten zur gesprochenen Sprache darstellt, macht keinen Sinn. Genauso wenig würde man Gehörlose, die sich mit Hilfe von Handgesten mitteilen, aus dem gesellschaftlichen Kulturkreis ausschließen....

Abgesehen von dem besonderen Beitrag im Feld der Symbolik, der die gestengestützte Kommunikation leistet, begünstigt diese Form der Kommunikation zwischen dem Kind und seinen Eltern (wobei die aktive Rolle des Vaters ausgesprochen wichtig ist) einen frühen und befriedigenden Austausch. Sie vermittelt dem Kind das Gefühl, ein aktiver Partner zu sein und verhilft ihm zu einer ganz besonderen Anerkennung durch seine Eltern. Kurz: Das Kind wird gestärkt in seiner Selbstschätzung und das Vergnügen, zusammen zu sein, wird zusätzlich aufgewertet.

Dr. Olivier Virefléau
Facharzt für Kinder - und Jugendpsychiatrie in Forbach (Lothringen)



In der Vergangenheit wurde ich oft gefragt, was die Zwergensprache für mich bedeutet. Die Antwort darauf ist vielschichtig und einfach zugleich. Kurz zusammen gefasst erleichtert die Sprache das alltägliche Leben.

Die frühe, bewusste Hinwendung zum Kind und das Interesse an den Äußerungen der Kleinsten, stärkt das Eltern-Kind-Verhältnis. Die Eltern brauchen nicht mehr nur das Verhalten ihrer Kinder zu interpretieren, sondern erfahren konkret, was ihr Kind sagen will. Wie schön ist es, wenn das Kind durch eine einfache Handbewegung sagen kann, dass es Hunger hat oder etwas trinken möchte. Andersherum verstehen die Kinder früher komplexere Sätze, wenn sie durch Gesten unterstützt werden.

Das Leben vereinfacht sich. Den Kindern wird eine altersgerechte Handlungs- und Ausdrucksmöglichkeit an die Hand gegeben. Sie wirken ausgeglichener, weil sie sich verstanden wissen. Die Kinder spüren, dass sie ernst genommen werden und entwickeln ein frühes Bewusstsein der eigenen Bedürfnisse.

Die kurze und schöne Zeit, in der die Zwergensprache in unserer Familie zum Alltag gehörte, vermissen wir ein wenig. Doch manchmal benutzen unsere Kinder weiterhin die Zeichen als Geheimsprache und erfinden neue Bedeutungen.

Britta Pohland
Diplom-Heilpädagogin und Mutter von zwei Mädchen ( 6 und 2 Jahre alt )




Unsere Tochter hat großen Spaß daran, beim gemeinsamen Betrachten von Büchern und Singen von Liedern die Zeichen der Zwergensprache zu benutzen und nachzuahmen.

So erhält sie spielerisch ein Angebot, das ihr beim Spracherwerb Erfahrungen über verschiedene Sinneskanäle ermöglicht. Ihre Freude an der Nachahmung wird angeregt, und sie erlebt, dass sie bei ihrem Gegenüber etwas bewirken und Reaktionen auslösen kann.

Auf diese Weise wird die Entwicklung nicht nur im sprachlichen sondern in vielen weiteren Bereichen gefördert."

Anja Wiese
Dipl.-Heilpädagogin aus Essen und Mutter eines Mädchen ( 14 Monate alt )




Logopädische Stellungnahme

Seit ca. 18 Monaten wird ein mittlerweile 4jähriger Junge mit Down-Syndrom von mir logopädisch behandelt.

Bei Behandlungsbeginn fiel mir sofort auf, dass der Junge ein besonders gutes Imitationsverhalten für Gesten und Geräusche hatte und er visuell sehr aufmerksam war. Dies führe ich darauf zurück, dass er seit seinem ersten Geburtstag bei Fr. Brandt die Zwergensprache gelernt hat. Der Junge konnte in kurzer Zeit viele Zeichen der Gebärden unterstützten Kommunikation anwenden.

Meine anfänglichen Bedenken, ob er durch die beiden Zeichensysteme verwirrt sein könnte, wurden bald zerstreut, da sich viele Zeichen ähnlich sind und auch das Umlernen einiger Begriffe problemlos verlief.

Ich kann die Zwergensprache für Kinder mit Down-Syndrom als Grundlage für die Gebärden unterstützte Kommunikation nur empfehlen.

Simone Homer-Schmidt
Staatl. geprüfte Logopädin aus Lauf



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