Babyzeichensprache und Achtsamkeit

Kürzlich wurde ich damit konfrontiert, dass jemand sehr verwundert war, was denn bitte schön Babyzeichensprache mit Gesundheit zu tun hat. Da fallen mir gleich ein paar Einflüsse ein, aber besonders herausstreichen möchte ich gerne die Achtsamkeit.

Das ist nicht nur ein Modewort der letzten Jahre oder ein Trend, der wieder abebbt. Es ist tatsächlich viel, viel mehr als das. Die Bedeutung des Wortes unterscheidet auf der einen Seite Achtsamkeit im Sinne vom englischen Wort "care" das eine Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse anderer Menschen meint. Und auf der anderen Seite Achtsamkeit im Sinne des englischen Wortes "mindfulness", was einen besonderen Wahrnehmungs- oder Bewusstseinszustand meint, also einen Zustand der geistigen Wachheit, in dem sowohl die eigene psychische und physische Verfassung als auch die anderer Menschen erfasst wird ohne zu bewerten, zu hinterfragen oder zu interpretieren. Regelmäßig angewandt kann Achtsamkeit Stress reduzieren und so psychische Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen vorbeugen.

Was häufig durch die Praxis der Meditation geübt oder in der Psychotherapie eingesetzt wird, lernen Eltern im Umgang und durch den Einsatz von Gebärden in der Kommunikation mit Babys und Kleinkindern ein wenig mit, ohne besonders viel dafür tun zu müssen. Achtsamkeit ist eine Art Kunst den Moment im Hier und Jetzt wahrzunehmen und ganz genau das machen Eltern, wenn sie bewusst eingesetzte Babysprache mit einfachen Handzeichen unterstützen. Sie streichen die Bedeutung des Schlüsselwortes im Satz mit der Bewegung ihrer Finger heraus und vertiefen somit beständig die gemeinsame Kommunikation. Genauso viel Aufmerksamkeit widmen Eltern ihren Kindern wenn sie anfangs begierig auf das erste gezeigte Zeichen warten. Und später dann, wenn sie an die Gebärden ihres kleinen Schätzchens gewöhnt sind, achten sie umso intensiver auf Handbewegungen und Mimik - schließlich möchten sie nicht verpassen, was es zu "sagen" hat. Das eröffnet einen ganz neuen, eben besonders achtsamen Blick auf das eigene Kind, auf dessen Fähigkeiten und Interessen einerseits und andererseits auf eine Kommunikation, die eine sichere Bindung und ein stressreduziertes Familienleben fördert.