Erziehung

Gefühlsstarke Kinder - Neue Sichtweise durch Nora Imlau

Es lohnt sich doch immer wieder über den Tellerrand zu schauen, und hier und da einen Vortrag oder Buch neugierig ins Visier zu nehmen, wenn es darum geht den eigenen Standpunkt zu reflektieren oder neue Sichtweisen kennen zu lernen. So hat es auch unsere Kollegin Nadine John aus Hannover getan und schildert ihre Eindrücke:

"Kürzlich war ich bei Nora Imlaus Lesung zu ihrem neuen Buch "So viel Freude, so viel Wut”, es war ein gelungener Abend. Denn Nora Imlau kann Alltagssituationen mit Kindern wunderbar lebendig schildern und schafft auf humorvolle Weise Verständnis für Kinder und Eltern. Mit ihrem neuen Buch führt sie den Begriff der “Gefühlsstarken Kinder” ein, was bei vielen Eltern im Auditorium zu großer Begeisterung und Zustimmung führte, hingegen von Pädagogen kritisch betrachtet wurde. Auf die Diskussion, ob gefühlsstarke Kinder “normal” sind wie Nora Imlau diese Kinder sieht oder ob sie unter eine Diagnose wie autistisch oder ADS fallen, möchte ich hier nicht eingehen. Wertvoll war für mich der Ansatz von Nora Imlau mit ihrem neuen Buch Eltern Tipps vorzustellen wie sie und ihre Kinder den Alltag entspannter gestalten können und dass Nora Imlau für mehr Verständnis wirbt, wenn Kinder ihre starken Gefühle zeigen (unabhängig dafür, ob das Kind gefühlsstark ist oder nicht). Beispielsweise ihr Satz: “Kinder machen kein Drama, sie erleben ein Drama.” hilft uns Eltern den nächsten Wutausbruch unseres Schatzes gelassener zu begleiten."

Wer neugierig geworden ist, findet mehr Informationen unter: https://www.randomhouse.de/gefuehlsstarke-kinder/UEber-das-Buch/aid79843_16388.rhd
 
P.S. Die Gebärden für die Gefühle wie z.B. FREUDE, LIEB HABEN, ANGST HABEN, WÜTEND oder TRAURIG SEIN zeigen und besprechen wir in den Eltern-Kind-Kursen oder Anfänger Workshops. So haben schon die ganz kleinen Zwerge, die Möglichkeit ihren mitunter starken Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Manch eine Situation wird für uns Eltern oder Betreuuer dadurch verständlicher... mehr dazu im nächsten Blogbeitrag!

Tags: 

Rückblick: Vortrag von Prof. Dr. Zimpel zur Jahrestagung 2013

Am Sonntag begeisterte uns Prof. Dr. Andre Frank Zimpel von der Universität Hamburg aus dem Fachbereich Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft mit seinem Thema „Lasst unsere Kinder spielen. Die Bedeutung des Spielens für die Denk-Entwicklung“. Er erläuterte, wie aktuelle neurobiologische Erkenntnisse die Bedeutung der psychologischen Wirkung des Spiels auf die Entwicklung des Gehirns belegen. Nicht nur systematische Förderung, auch Spiel hat seiner Forschung zufolge einen besonders wichtigen Stellenwert in der frühkindlichen Entwicklung. Der Vortrag beantwortete die Fragen: Was bedeutet diese Erkenntnis für die Bildung und Erziehung der Kinder? Warum ist es Zeit für eine neue Lernkultur? Wie wirkt sich Spielen im Verhältnis zu Aufmerksamkeit und Lernen aus? Kann man aus dem Spiel der Kinder auch etwas über die nächste Entwicklungsstufe erfahren? Und wie hängt Spielen mit Denken und mit Wahrnehmung zusammen?
Prof. Dr. Zimpel zeigte anhand vieler Videobeobachtungen aus seinem Babylabor und seiner aktuellen Beobachtungsstudie, wie Kinder beim Spiel die Fähigkeit entwickeln, sich Dinge gedanklich auszumalen, wie man sie dabei effektiv unterstützen kann und warum die imaginierten Spielsituationen Vorboten sich entwickelnder geistiger Fähigkeiten sind. Dabei ging er auf Wunsch der Zwergensprache-KursleiterInnen intensiv auf Kinder und Erwachsene mit Trisomie 21 / Down-Syndrom und deren bisher unterschätzte Bildungschancen ein. Prof. Dr. Zimpel sprach sich vehement und eindrucksvoll für Inklusion aus. Dabei leisten Gebärdenkenntnisse einen wichtigen Beitrag und fördern bei allen Kindern – mit und ohne Beeinträchtigung- das räumliche Denken.

Tags: