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Babygebärden sollten für alle Kleinen da sein!

Der Taubenschlag - DAS Portal für Taube und Schwerhörige - hat einen tollen Artikel zur Sichtweise auf Babyzeichen und Lern-Möglichkeiten gebracht: "Babygebärden sind im Trend – bei Hörenden".
Hier könnt Ihr auch lesen, welche Schwierigkeiten Eltern gehörloser oder hörgeschädigter Kinder - allen wissenschaftlichen Erkenntnissen der Vorteilhaftigkeit von Gebärden zum Trotz - immer noch haben. Wir wünschen uns für alle Babys und Kleinkinder den Zugang zu Gebärden, damit sich jeder kleine Mensch von Anfang an verstanden fühlen kann.
Man kann nur den Kopf schütteln, dass vielen hörenden Eltern mit gehörlosen Babys auch heute noch von Ärzten und anderen Fachleuten geraten wird, auf Gebärden zu verzichten. Ihr Kind soll die Lautsprache allein mithilfe des Restgehörs oder eines Cochlea-Implantates (CIs) und mittels Lippenlesen lernen. Die unnötigen Folgen für die ganze Familie sind traurig.
Gerade gehörlose Babys und ihre Familien sollten unkomplizierten, dauerhaften Zugang zum Gebärden lernen - am besten durch Muttersprachler - haben. Danke dem Taubenschlag, dass er dies beleuchtet und aufzeigt, dass dies leider weltweit ein Mißstand ist.
Die Kenntnisse einiger Gebärden aus den Zwergensprache-Kursen und die Sensibilisierung für unsere kulturelle und sprachliche Vielfalt tragen hoffentlich auch unter Erwachsenen zum Brücken bauen bei. Mit dem integrativen Ansatz unseres Kita-Programmes für den Betreuungsalltag und der Offenheitheit unserer Zwergensprache-Kurse für jedermann, möchten wir gerade auch diesen betroffenen Familien den Zugang und das Entdecken der Welt der Gebärden und der gemeinsamen Kommunikation mit ihrem Baby ermöglichen.
https://www.taubenschlag.de/2018/06/babygebaerden-sind-im-trend-bei-hoer...

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Zwergensprache in Form von Hausgebärdensprachkursen wenn die Lautsprache ausbleibt

Hallo :)
Ich möchte euch heute von meiner Arbeit als Dozentin für Hausgebärdensprachkurse für CI implantierte Kinder berichten bei denen die gewünschte Lautsprache ausbleibt.
Wenn man sich als Eltern für ein CI entscheidet ist das leider nicht wie oft durch Ärzte dargestellt das Allheilmittel, sondern keiner kann einem die Garantie geben, dass das Kind auch wirklich nach der Implantation hört, geschweige denn versteht und/oder spricht.
Eltern bei deren Kinder die erwünschte Lautsprache ausbleibt können für ihr Kind einen Antrag auf einen Hausgebärdensprachkurs beim zuständigen Sozialamt (Fachstelle Eingliederungshilfe) stellen. Für sie selber muss der Antrag auf einen Hausgebärdensprachkurs beim Jugendamt als "Hilfe zur Erziehung" eingereicht werden (weil was nützt es dem Kind wenn es dann gebärden kann, aber keine Kommunikation mit den wichtigsten Menschen in seinem Leben stattfindet weil diese nicht gebärden können?!).

Ich arbeite nun seit ca. einem halben Jahr mit einem fast 5 jährigen Jungen, der seit Geburt taub ist und im Alter von 2 Jahren zwei CI's (Cochlea Implantate) bekommen hat. Da bei ihm die Lautsprache fast komplett ausgeblieben ist kann man sich das sprachliche Niveau wie bei einem Einjährigen vorstellen und da eignen sich die Babyzeichen perfekt. :) Wir spielen, basteln, raufen, streiten und knuddeln zusammen. Ich habe zwar immer etwas vorbereitet was ich mit dem Jungen während einer Einheit von 2 Zeitstunden arbeiten möchte, jedoch bestimmt letztendlich das Kind was gemacht wird. Vieles ergibt sich auch aus der Situation heraus.

Die Eltern des Jungen haben sich bewusst gegen DGS (Deutsche Gebärdensprache) und für meinen Kurs in LBG (Lautsprachlich begleitende Gebärden) entschieden, weil das Ziel ganz klar der Lautspracherwerb ist was bei DGS aufgrund einer völlig anderen Grammatik so gar nicht möglich wäre. Das heißt: Während ich mit dem Junge spreche begleite ich alles mit Gebärden, dadurch spreche ich automatisch langsamer und deutlicher. Wendet man DGS an, kann man währenddessen nicht sprechen da es eine eigenständige Sprache mit eben einer eigenen Grammatik ist. Die Gebärden an sich sind natürlich identisch, genauso wie eben die Zeichen aus unseren Zwergensprache-Kursen.

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Gebärdensprachkurs für CI-Kinder

In der neusten Ausgabe der Zeitschrift "Life In Sight" gibt es einen sehr interessanten Artikel  über Gebärdensprachkurse für Kinder die mit einem Cochlea Implantat versorgt wurden. Die beiden beschriebenen Familien mussten schwer darum kämpfen, damit die Kosten für die Hausgebärdenkurse vom Sozialamt übernommen werden.
Im Hintergrund sieht man auf einem Foto ein Plakat der Zwergensprache mit den Starterzeichen.
Wir freuen uns immer über Kinder in unseren Kursen, die durch ein Handicap später sprechen lernen. Besonders für sie ist die Zwergensprache eine Möglichkeit ihre Gefühle, Gedanken und Wünsche auszudrücken bis es mit der Lautsprache klappt.
Auch die Kinder in diesem Artikel profitieren sehr von den Gebärden. Es wird beschrieben, wie die Kinder mit Freude die neuen Zeichen lernen und auch ihre Lautsprachentwicklung davon profitiert.

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